Die Stadt Luzern steht unter Druck, die neue Gestaltung der Bahnhofstrasse zu korrigieren. Mobilitätsdirektor Marco Baumann (FDP) führte kürzlich Journalistinnen und Journalisten zu einem Rundgang über die Strecke, um die Handlungsfähigkeit der Stadt zu signalisieren. Hintergrund ist ein Vorstoss im Stadtparlament der FDP-Politiker Lukas Blaser und Mark Buchecker, nachdem die Eröffnung der für 8,4 Millionen Franken sanierten Strasse erste Beschwerden auslöste.
Im Zentrum der Kritik stehen Sicherheitsmängel und infrastrukturelle Defizite in der neuen Begegnungszone. Insbesondere der Verband Fussverkehr Schweiz und Pro Velo bemängeln chaotische Situationen zwischen der Kapellbrücke und dem Luzerner Theater. Fussgänger berichten von gefährlich dicht fahrenden Velofahrern, während die Veloparkplätze bei der Hauptpost massiv überlastet sind und ein neuer Fussweg unter Kastanienbäumen kaum genutzt wird.
Um die Situation zu verbessern, plant die städtische Co-Leiterin Mobilität, Sibylle Lehmann, gezielte Massnahmen. Am Theaterplatz sollen mehr Schatten und mehr Platz zwischen den Pflanztrögen geschaffen werden, um Passanten von der Bahnhofstrasse wegzulocken und so den Veloverkehr zu entlasten. Eine umfassende Umgestaltung des Platzes ist jedoch erst möglich, wenn bis 2028 neue Varianten für das Luzerner Theater entwickelt wurden, nachdem ein Projekt an der Urne gescheitert war.
Zusätzlich will die Stadt an der Wand des Luzerner Theaters durch neue Bodenmarkierungen für eine bessere Orientierung sorgen, wobei die Fussgänger weiterhin Vorrang haben sollen. Trotz der Kritik wehrt sich Stadtrat Baumann gegen eine zu starke Schwarzmalerei und betont, dass das Projekt insgesamt gelungen und die Strasse attraktiver als zuvor sei. Er bezeichnet Anpassungen bei Bauprojekten als einen normalen Vorgang.


