Der Kanton Zug steht vor einer signifikanten Herausforderung bei den Krankenkassenprämien. Während die Prämien im Jahr 2026 durchschnittlich um 14,7 Prozent gesunken sind, prognostiziert die Zuger Regierung für das Jahr 2028 einen möglichen Anstieg von rund 25 Prozent. Dieser drohende Prämienschock resultiert aus dem Auslaufen eines Sondermodells sowie der schweizweiten Einführung des neuen Finanzierungssystems EFAS.
Um diese Entwicklung abzufedern, haben die Staatswirtschaftskommission (Stawiko) und die kantonsrätliche Kommission für Gesundheit und Soziales einen konkreten Gegenvorschlag erarbeitet. Anstatt im Jahr 2028 nur die durch EFAS vorgeschriebenen 24,5 Prozent der Gesundheitskosten zu übernehmen, soll der Kanton seinen Anteil auf 36,6 Prozent erhöhen. Diese Differenz würde über Steuergelder finanziert, um die Belastung für die Versicherten direkt zu senken.
Nach Modellrechnungen der Gesundheitsdirektion würde diese Massnahme den Kanton zusätzlich rund 75 Millionen Franken kosten. Im Gegenzug könnte sich der geschätzte Prämienanstieg von etwa 25 Prozent auf rund 8 Prozent reduzieren. Gleichzeitig rechnet die Gesundheitsdirektion mit Einsparungen von etwa 16 Millionen Franken bei den Ausgaben für die Prämienverbilligung. Die Gesundheitskommission stimmte dem Plan mit 8 zu 4 Stimmen zu.
Über das Jahr 2028 hinaus soll Zug die Flexibilität behalten, bei guter Finanzlage einen höheren Anteil an den Gesundheitskosten zu übernehmen. Der Regierungsrat könnte dies zusammen mit dem Geschäftsbericht für ein oder mehrere Jahre beantragen, wobei der Kantonsrat über den Antrag entscheiden würde. Andreas Lustenberger (ALG), Präsident der Gesundheitskommission, zeigte sich zuversichtlich, dass der Vorschlag im Parlament bestehen bleibt, und bezeichnete das Modell als eine sehr gute Idee.

